Zerbst: ADFC-Fahrradklima-Test 2014

Zerbst mit schlechten Noten / Genereller Nachholbedarf bei der Radverkehrsförderung.

 Beim Fahrradklima-Test des ADFC landete Zerbst auf Platz 249 der fahrradfreundlichsten Städte seiner Größe. Nahezu 100 BürgerInnen hatten an der bundesweiten Befragung teilgenommen. Entnervt sind Zerbster Radfahrerinnen und Radfahrer vor allem von fehlenden Radwegen, deren schlechtem Zustand und in der Konsequenz mangelnder Sicherheit. Lichtblicke gab es lediglich bei der Erreichbarkeit des Stadtzentrums und der generationsübergreifenden Fahrradnutzung.

Der Vorsitzende des adfc Regionalverbandes Dessau Stephan Marahrens sagt: „Fahrradfreundlichkeit ist ein Gradmesser für die Lebensqualität in einer Stadt – deshalb macht es uns Sorgen, dass sich die Menschen in Zerbst auf dem Rad ziemlich unwohl fühlen. Der Fahrradklima-Test zeigt für andere Städte, dass kontinuierliche Radverkehrsförderung auch honoriert wird und sich in einem guten Verkehrsklima niederschlägt. Schon mit kleineren Maßnahmen ließe sich die Situation deutlich verbessern, z.B. durch für Radfahrer geöffnete Einbahnstraßen, mehr Tempo-30-Zonen, Winterdienst für Radwege und Aufklärung aller Verkehrsteilnehmender. Wenn die Stadt Zerbst will, dass mehr Menschen aufs Rad steigen und damit etwas Gutes für ihre Gesundheit und die Stadt tun, dann muss jetzt gehandelt werden. Der adfc steht mit Fachwissen als Dialogpartner bereit.“

Zerbst liegt bundesweit auf Platz 249 in der Kategorie der Städte unter 50.000 Einwohnern, im Landesvergleich auf Platz 7. Die Stadt hat es zum ersten Mal in die Wertung geschafft. Die im Verhältnis überdurchschnittlich hohe Beteiligung zeigt welche Bedeutung Radverkehr für die Menschen in der Stadt hat.

Im Durchschnitt geben die Zerbster die Schulnote ausreichend für die Fahrradfreundlichkeit. Mehrere Teilnehmer merkten kritisch an, dass Unklarheit um Umgang mit Benutzungspflicht und Benutzungsrecht von Radwegen besteht. Auch wurde die Anbindung der Umlandgemeinden bemängelt. Die Mehrzahl der Teilnehmer sagt, dass in jüngster Zeit kaum etwas für den Radverkehr getan wurde und man sich als Radfahrender gefährdet fühlt.

Stefan Krabbes vom Grünen Kreisvorstand Anhalt-Bitterfeld kündigt bereits an: „Radverkehr nimmt an Wichtigkeit zu. Daher wollen wir am 18.03.2015 um 18:00 Uhr im Hotel Am Kamin zusammen mit dem ADFC die Ergebnisse des Fahrradklimatests für Zerbst vorstellen. Hierzu freuen wir uns Herrn Bürgermeister Dittmann und Frau Heike Krüger (Stadtplanung) begrüßen zu dürfen.“ Als Experten werden Stephan Marharens (ADFC Dessau) und Christoph Deike (Geschäftsführer des ADFC Sachsen-Anhalt) vor Ort sein, um die Ergebnisse zu präsentieren.

 

Über 100.000 Teilnehmer bundesweit

Der ADFC-Fahrradklima-Test ist die größte Befragung zum Radfahrklima weltweit und wurde im Herbst 2014 zum sechsten Mal durchgeführt. Er wird gefördert vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur im Rahmen des Nationalen Radverkehrsplans. Über 100.000 Menschen stimmten bundesweit ab – eine Steigerung von 25 Prozent gegenüber dem letzten Test im Jahr 2012. Die Zunahme führt der ADFC auf das wachsende Interesse am Thema Fahrrad und Radverkehr zurück. Die bundesweiten Ergebnisse wurden am gestrigen Tag in Berlin vorgestellt.

Über den ADFC

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit mehr als 145.000 Mitgliedern die größte Interessensvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Der adfc Regionalverband Dessau setzt sich insbesondere für sicheren Radverkehr in Dessau-Roßlau und im Landkreis Anhalt-Bitterfeld ein. Die detaillierten Ergebnisse des Fahrradklima-Tests 2014 und bundesweite Trends finden Sie auf http://www.adfc.de/fahrradklima-test/adfc-fahrradklima-test-1

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