Leihmutterschaft: Jens Spahns Heuchelei ist schwer zu überbieten

Zur Debatte um die im Ausland erfolgte Leihmutterschaft von CDU-Fraktionschef Jens Spahn erklärt die Spitzenkandidatin und Landesvorsitzende von BÜNDNIS 90/Die Grünen Sachsen-Anhalt, Susan Sziborra-Seidlitz:

„Jens Spahn macht sich die Welt, wie sie ihm gefällt: Politisch lehnt er Leihmutterschaft ab, privat nimmt er sie für sich in Anspruch. Diese Heuchelei ist schwer zu überbieten. Wer Gesetze und moralische Maßstäbe für alle verteidigt, sie aber mit genügend Geld im Ausland einfach umgeht, betreibt Politik nach dem Motto: Regeln gelten nur für die anderen.“

Sziborra-Seidlitz kritisiert zudem die grundsätzlichen Probleme der Leihmutterschaft:

„Leihmutterschaft ist keine harmlose Dienstleistung. Wo Schwangerschaften und Geburten zum Geschäftsmodell werden, geraten Frauenkörper und Kinder in einen Markt. Besonders betroffen sind oft Frauen in wirtschaftlichen Notlagen.“

Abschließend erklärt Sziborra-Seidlitz:

„Der eigentliche Skandal ist die Zwei-Klassen-Moral: Wer genug Geld hat, kann sich im Ausland kaufen, was hier aus guten Gründen verboten ist. Wer das politisch verteidigt und gleichzeitig selbst davon profitiert, verliert jede Glaubwürdigkeit und ist nicht geeignet für politische Ämter.“