Mit regionalen Preissignalen und stärkeren Anreizen für die Elektrolyse wird der Weg bereitet, grünen Wasserstoff dort zu produzieren, wo erneuerbare Energien vorhanden sind – und damit die Rolle Sachsen-Anhalts als Energieland der Zukunft zu stärken. Das fordert der Bundesverband von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN nach einem erfolgreichen Änderungsantrag des sachsen-anhaltischen Landesverbandes beim Länderrat der Grünen.
„Wo Strom günstig und sauber ist, siedeln sich Rechenzentren, grüner Wasserstoff und neue Industrien an. Das bedeutet Wertschöpfung und gute Arbeitsplätze vor Ort. Sachsen-Anhalt hat dafür die besten Voraussetzungen: viel erneuerbare Energie, eine starke Industrie und gewachsene Infrastruktur. Unser Ziel ist es, dieses Potenzial zu nutzen und in neue Wertschöpfung sowie zukunftssichere Arbeitsplätze zu verwandeln“, sagt Susan Sziborra-Seidlitz, Parteivorsitzende und Spitzenkandidatin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen-Anhalt. „Wasserstoff ist einer der Schlüssel, um Industrieregionen wie das Mitteldeutsche Chemiedreieck klimafit zu machen und eine Zukunftsperspektive für Tausende Arbeitsplätze zu sichern.“
Die Grundlagen dafür wurden bereits gelegt: Die für Wasserstoff umbaubare Pipeline „Flow“ von Lubmin nach Bobbau zeigt beispielhaft, wie bestehende Infrastruktur für die klimaneutrale Industrie von morgen genutzt werden kann. Sachsen-Anhalt kann zum zentralen Standort für die Wasserstoffwirtschaft in Ostdeutschland werden. Gleichzeitig braucht es beim Ausbau einen klaren Blick auf die Regionen. Der Kohleausstieg schreitet marktgetrieben schneller voran – deshalb müssen neue Gaskraftwerke von Anfang an auf grünen Wasserstoff ausgerichtet werden. „Es ist ein Fehler, dass die Kraftwerksstrategie von Katherina Reiche die Bedarfe der ostdeutschen Länder nicht berücksichtigt und keine verbindlichen Vorgaben für die Umstellung auf grünen Wasserstoff macht. Reiches Fossilpolitik ist ein Bremsklotz für die wirtschaftliche Entwicklung Mitteldeutschlands“, so Sziborra-Seidlitz abschließend.
Mit dem Beschluss ist klar: Sachsen-Anhalt ist nicht nur das Energieland der Gegenwart, sondern kann zum Herzstück der klimaneutralen Industrielandschaft von morgen werden.