Lebensbedrohlicher Hitze entgegenwirken – Grüner Gesprächsabend mit Wolfgang Aldag in Zerbst 19. Juni 202619. Juni 2026 Zerbst. Wasser und grüne Blätter haben eine Schlüsselrolle beim Hitzeschutz. Das ist die Quintessenz vom Gesprächsabend der Zerbster Grünen am 17. Juni mit dem Landtagsabgeordneten und Landschaftsarchitekten Wolfgang Aldag. „Lebensbedrohliche Hitze entsteht vor allem dort, wo die Sonne ungehindert auf verdichtete Flächen trifft. Asphalt und Beton können sich tagsüber im Sonnenschein auf weit mehr als 50 Grad Celsius erhitzen. Und nicht nur das, sie speichern die Wärme, um sie nachts abzugeben. Auf diese Weise entsteht die besonders gesundheitsgefährdende dauerhafte Hitze. Wohnquartiere heizen sich auf und werden zur Hitzefalle. Besonders Kinder, kranke und alte Menschen leiden darunter“ schreibt die Grüne Kreisvorsitzende und Zerbster Landtagskandidatin Luise Globig. Wolfgang Aldag Luise Globig In Zerbst hat sich die Zahl der Hitzetage mit mehr als 30 Grad Celsius in den vergangenen Jahrzehnten mehr als verdreifacht.Pflanzen verdunsten an ihren Blättern Wasser und kühlen ihre Umgebung aktiv. Darum ist es im Schatten eines Baumes merklich kühler als unter einem Sonnenschirm. Jeder Baum zählt, aber nicht überall ist Platz für einen Baum und wo es nicht geht, da muss es auch kein Baum sein. Für den Hitzeschutz ist es am wirkungsvollsten, versiegelte Flächen zu entsiegeln, damit Niederschlag von Boden und Vegetation aufgenommen und bei Hitze verdunstet werden kann. Dort, wo versiegelte Flächen notwendig sind, z.B. bei Häusern oder Straßenbelag, ist eine Beschattung der versiegelten Flächen ein probates Mittel, um eine Aufheizung von Asphalt oder Beton zu verhindern. Ein sehr schönes Beispiel ist in Zerbst die Jeversche Straße. Dort beschatten die Bäume auf dem Fußweg entlang des Rephuns-Garten den Asphalt der Jeverschen Straße und verhindern damit eine noch größere Hitzebelastung derer, die in dieser Straße wohnen.Sogenannte Schottergärten hingegen verstärken die Hitzebelastung, wo sie nicht verschattet sind. Wo ein Schottergarten in der prallen Sonne unter dem Schlafzimmerfenster tagsüber aufgeheizt wird, gibt er die Hitze in den Nachtstunden wieder ab und verhindert die für einen gesunden Schlaf wichtige nächtliche Kühle.Eine Fassadenbegrünung dagegen bewirkt, dass Wände beschattet werden und sich nicht in der prallen Sonne aufheizen können. Auf diese Weise kann das Klima in Wohnungen und Büros sehr einfach verbessert werden. In Zerbst und den umliegenden Dörfern sind viele gute Beispiele mit Wildem Wein zu sehen. Auch einige Gründächer, die besonders wirksam für den Hitzeschutz sind, finden sich in Zerbst und den Dörfern. Die Zahl der Hitzetoten in Sachsen-Anhalt steigt mit Voranschreiten der globalen Erwärmung. „Auch wer nur eine Mietwohnung hat, kann etwas gegen die Hitze tun. Jedes Blatt, jeder Blumentopf oder Blumenkasten auf Fensterbank oder Balkon hilft dabei, die Hitze zu mindern. Damit die Hitze nicht in die Wohnräume kommt, hilft es, Rolladen oder Jalousie herunterzulassen. Oder feuchte Tücher aufzuhängen, die aufgeheizte Räume durch das verdunsten des Wassers kühlen,“ sagte der grüne Landtagsabgeordnete Wolfgang Aldag beim grünen Gesprächsabend anlässlich des Hitzeaktionstages in Zerbst.Wolfgang Aldag, Landschaftsarchitekt, Mdl Weitere Informationen zu den Themen Dachbegrünung, Fassadenbegrünung, Innenraumbegrünung, Sachverständige, Fachberaterinnen u.v.m. finden sich u.a. auf den Internet-Seiten des Bundesverband Gebäudegrün www.gebaeudegruen.info