Krankenkassenreform: Prävention stärken statt einseitig Versicherte belasten

Zu den Vorschlägen der von der Bundesregierung einberufenen „Finanzkommission Gesundheit“, die beitragsfreie Mitversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung abzuschaffen und die Eigenbeteiligung von Patient*innen zu erhöhen, erklärt Susan Sziborra-Seidlitz, Spitzenkandidatin und Landesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen-Anhalt:

„Es ist richtig, dass die Finanzierung unseres Gesundheitssystems neu gedacht wird. Entscheidend ist dabei, die richtigen Schwerpunkte zu setzen. Wer höhere Zuzahlungen, Kürzungen beim Krankengeld und Einschnitte bei der Psychotherapie vorschlägt, spart nicht im System, sondern auf dem Rücken von Patientinnen und Patienten.“

Kritisch sieht Sziborra-Seidlitz Vorschläge, die vor allem Versicherte zusätzlich belasten:

„Höhere Eigenbeteiligungen treffen am Ende vor allem diejenigen, die ohnehin wenig haben oder auf medizinische Versorgung angewiesen sind. Gesundheit darf keine Frage des Geldbeutels werden.“

„Wenn wir die Krankenkassen stabilisieren wollen, müssen wir vor allem dort ansetzen, wo wir langfristig Kosten vermeiden können. Prävention, gesunde Ernährung und gute Lebensbedingungen sind dafür zentral.

Susan Sziborra-Seidlitz

Differenziert äußert sie sich zur Debatte um die beitragsfreie Mitversicherung:

„Die heutige Ausgestaltung der beitragsfreien Mitversicherung für Ehepartner begünstigt vor allem klassische Einverdiener-Modelle. Es ist legitim, darüber zu diskutieren, ob dieses System noch zeitgemäß ist. Die beitragsfreie Mitversicherung von Kindern darf jedoch keinesfalls angetastet werden, damit Familien nicht überfordert werden.

Positiv bewertet Sziborra-Seidlitz hingegen den Vorschlag, stärker auf Prävention zu setzen, etwa durch eine Besteuerung von Zucker:

„Eine Zuckersteuer kann helfen, ernährungsbedingte Krankheiten zu reduzieren und unser Gesundheitssystem zu entlasten. Prävention ist der Schlüssel, um Kosten gar nicht erst entstehen zu lassen. Das haben wir als Grüne schon lange gefordert.“

Abschließend betont Sziborra-Seidlitz:

„Wenn wir die Krankenkassen stabilisieren wollen, müssen wir vor allem dort ansetzen, wo wir langfristig Kosten vermeiden können. Prävention, gesunde Ernährung und gute Lebensbedingungen sind dafür zentral. Gleichzeitig braucht es endlich strukturelle Reformen. Dazu gehört, hohe Einkommen stärker einzubeziehen und die Einnahmebasis zu verbreitern.“