Faire Chancen für alle Stadt- und Dorfkinder – Grüne beschließen „Sassnitzer Erklärung“

Noch immer hängen Bildungschancen in Deutschland stark von Herkunft, Einkommen und Wohnort ab. Kinder aus einkommensschwachen Familien, von Alleinerziehenden, mit Migrationsgeschichte oder aus ländlichen Regionen haben schlechtere Chancen auf einen guten Schulabschluss. Susan Sziborra-Seidlitz, Spitzenkandidatin und Parteivorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen-Anhalt, erklärt: „Kinder in ländlichen Räumen verlieren heute häufig den Anschluss, weil die nächste Kita zu weit entfernt ist oder eine kleine Grundschule vor Ort schließen muss. Das kostet nicht nur Eltern Zeit, Geld und Nerven, sondern ist eine zusätzliche Last für die Kinder. Mit unserem Konzept der ‚HeimatKita‘ gilt deshalb: ‚Kurze Beine, kurze Wege‘:  Die nächste Kinderbetreuung soll höchstens 15 Minuten entfernt sein und Dorf-Grundschulen können auch bei kleineren Klassen erhalten bleiben.“ 

Mit der auf dem zweiten Ostkongress von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN auf Rügen verabschiedeten „Sassnitzer Erklärung“beschließt die Partei konkrete Ziele und Maßnahmen für chancengerechte Bildung. Sziborra-Seidlitz betont: „Kinder können sich weder ihre Familie noch ihren Geburtsort aussuchen. Aber alle Kinder haben ein Recht auf gleiche Chancen, ihr Leben zu gestalten. Es darf keine Kinder zweiter Klasse geben. Das Bildunssystem muss soziale Unterschiede ausgleichen, statt sie zu verstärken. Wir GRÜNE richten unsere Bildungspolitik voll und ganz danach aus, Kitas und Schulen in Sachsen-Anhalt gerechter zu machen.“

Die Erklärung fordert eine wohnortnahe Kita-Versorgung mit ergänzenden flexiblen Angeboten durch Tageseltern, bessere Betreuungsschlüssel in Krippe und Kita, mehr Sprachförderung, gesundes Essen sowie moderne Gebäude. Bund und Länder sollen dafür bestehende Programme wie das Kita-Qualitätsentwicklungsgesetz und das Startchancen-Programm ausbauen. Für Schulen sollen starre Mindestgrößen entfallen, Verbundmodelle gestärkt und moderne Methoden wie zum Beispiel jahrgangsübergreifendes Lernen erleichtert werden.

Abschließend unterstreicht Sziborra-Seidlitz die Bedeutung von Kitas und Schulen für das Dorfleben: „Wir wollen ermöglichen, dass Jugendtreffs, Sportgruppen, Seniorentagesstätten, Bibliotheken, Vereine und Initiativen die Räume von Schulen und Kitas einfacher nutzen können. Wenn Kitas und Schulen zu Treffpunkten für alle Generationen werden, stärkt das das soziale Netz im Dorf. Das ist besonders in Zeiten zunehmender Vereinsamung und zurückgehender Angebote in kleinen Dörfern wichtig.“